Jurierung Sammellinse Thema „Handwerk“

Am Hauptbahnhof Wanne-Eickel ermöglichte uns die Fotogruppe Essen durch Stellung von Räumlichkeiten und Bewirtung unsere zweite bundesweite Jurierung des Sammellinsen-Wettbewerbs zum Thema „Handwerk“ durchzuführen.Dank wiederholt auch gutem Kontakt zu BenQ in Oberhausen konnten wir einen in 2018 neu vorgestellten „schüttel“-4K-Beamer, den BenQ W1700, für die Jurierung zum Test bekommen. Zu dem jedoch später mehr.

Unsere erste Jurierungsaufgabe, der Jurierung des Sammellinsen Wettbewerbs „Thema Drei“ war von der Wilden „Friederike“ verwüstet und wurde im Regional-Büro des BSW in Duisburg abgehalten. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war größerer Publikumsverkehr leider da noch nicht möglich. So waren wir froh, dass uns die Fotogruppe Essen mit Ihren Räumlichkeiten aushelfen konnte und wir so auch den Schaulustigen die an sich trockene Jurierungstätigkeit darbieten konnten. Und erst das Wetter an diesem Jurierungstag! Einfach ein perfekter Sommertag Anfang Mai.

Das Thema „Handwerk“ sprach gegenüber dem vorhergehenden Thema mehr Autoren an, so dass insgesamt 926 Einsendungen juriert werden mussten.

Susanne Behr, Wolfgang Loke u. Hans Wichmann (vlnr)

Susanne Behr, Wolfgang Loke u. Hans Wichmann (vlnr)
Susanne Behr, Wolfgang Loke sowie Hans Wichmann stellten sich der Aufgabe, diese 927 Werke zum Thema Handwerk zu jurieren. Die Jurierung war jedoch schneller vollzogen, als die 867 Werke zum Thema „Die Drei“. Zügig stutzen die Juroren die Einsendungen auf ein hochkonzentriertes Extrakt zusammen, so dass nach dem zweiten Jurierungslauf nur noch 18 Werke auf die 10 Besten perfektioniert werden mussten.

Viele Bilder waren thematisch sehr nah bei einander und zeigten überwiegend gewohnte handwerkliche Situationen. Die Ausreißer aus dem Einsendefeld bildeten dann die 10 übrig gebliebene ab.

Der von BenQ gestellte Beamer überzeugte uns extrem. Für den Fotosektor ist mir in den vergangenen Jahren eigentlich nichts Positives in Sachen Großbildbetrachtung an Entwicklung zu Ohren gekommen. Schon das vorherrschende 16:9-Chip-System in allen Projektoren (auch in diesem) schränkt einen in den Möglichkeiten ein. Einzig die Erhöhung der Pixelzahl auf der projizierten Fläche schien mir ein weiter Schritt für uns Fotografen zu bedeuten. Und sie tut es auch. Wir haben bisher keine so gute Wiedergabe von Bildmaterial an einer Leinwand gesehen in Relation zum aufgerufenen Preis! Auflösung und Farbwiedergabe kommen an einen normalen Office-Bildschirm heran, wenn natürlich der Betrachtungsraum abgedunkelt wird. Selbst Bildfehler oder ISO-Rauschen konnte man klar in den Aufnahmen unterscheiden. Klar besteht noch ein weiter Unterschied zu einem hardwarekalibrierten Monitor mit erweitertem Farbraum aber man muss in beiden Fällen ja den physikalischen Gegebenheiten Rechnung tragen.

Warum, wie eingangs erwähnt, Schüttel-„4K“. Wenn man den Straßenpreis des Beamers von gerade mal 1.500 EUR einbezieht, kann derzeit bei diesem Preis ein nativer 4K-Chip evtl. noch nicht mal hergestellt werden. Während bei den Flachbildschirmen die Pixelzahl keine große technische Hürde mehr darstellt, wenn man größer wird, stellt dies im Projektionsbereich eine extreme Herausforderung dar. Auf der Fläche einer vielleicht etwas größeren Briefmarke sollen über 8,2 Millionen kleine Bildpunkte, oder wie im Fall des BenQ W1700 8,2 Millionen kleine Spiegelchen (System DLP von Texas Instruments) ihren Platz finden.

Es gibt eigentlich noch nicht viele erschwingliche Beamer die Nativ 4K auflösen können oder wenn die Industrie von erschwinglich spricht, ist der Eintritt unterhalb von knapp 10k EUR zu verstehen.

Wie löst man nun den gordischen Knoten? Ganz einfach durch Ausnutzung der Trägheit unseres menschlichen Auges (bzw. der angegliederten Recheneinheit, dem Gehirn). In dem man den Chip leicht während der Projektion verschiebt und somit das Bild schnell hintereinander auf die Leinwand wirft, entsteht in unserem Gehirn der Anschein, es wäre ein Bild mit 8,2 Millionen Pixel an der Wand. Wenn man dann noch im Hinterkopf hat, dass bei dieser Spiegelchip-Lösung von Texas Instrument genau diese angesprochene Trägheit unseres Zentralrechners ebenfalls ausgenutzt wird, um ein farbiges Bild noch an diese Leinwand zu bringen (die drei Grundfarben Rot, Grün, Blau werden nacheinander projiziert), schreit man sofort Sodom und Gomorra! Da müssen ja nur die Farbkanten Blitzen und die Pixel zittern. Mit Nichten! In der DLP-Technik hat sich in den Jahren auch vieles gebessert. Ich für mein Teil erkenne die DLP-Technik sehr schnell und hier erkenne ich sie lediglich nur in sehr extremen kontrastreichen farblosem Bildmaterial. Klassisch z. B. der Abspann ein einem Film. Ansonsten nerven mich keine Regenbogenkanten, die mir sonst oft auffallen bei dieser Technik.

Den Tribut dieser geschickten Überlistung unserer Zentralrecheneinheit zahlt man hier jedoch in einem eigentlich sehr hörbaren Farbrad, welcher vor der Lichtquelle seine Kreise dreht. Für den perfekten Filmabend könnte es störend sein, für uns Fotografen jedoch weniger. Wir haben extrem wenig Tonuntermalung unter den gezeigten Bildern.

Dieses Gerät wird zukünftig jedenfalls in unser Inventar wandern.

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